Feuerwehr Frechen Löschzug Habbelrath
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Fachgruppe Seiltechnik

S R H T ?

Unter "Spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen" (SRHT) versteht man die Rettung von Personen, von hohen Objekten,
wie z.B. Kräne, Industrieanlagen oder Hochhäusern, aber auch die Rettung aus tiefen Schächten, wie z.B. Stollen, Kanalschächte, Silos und Baugruben. Oftmals reichen aber auch schon kleine Höhen in verwinkelten Industrieanlagen aus, um die standard Einsatzmethoden der Feuerwehr an ihre Grenzen zu bringen. Zur spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen werden verschiedene Methoden der Auf- und Abseiltechnik eingesetzt. Das Material stammte anfangs größtenteils aus dem Bergsteigerbereich und der Bergrettung. Mittlerweile gibt es immer mehr spezielles Zubehör für den Bereich Höhenrettung und Industrieklettern. Diese Verfahren unterscheiden sich grundsätzlich von den herkömmlichen Methoden der Menschenrettung und erfordern deshalb eine spezielle Ausbildung.

Gegen Ende der 90er Jahren erkannte man bereits, dass das Material der Feuerwehren nicht geeignet war, um in absturzgefärdeten Bereichen zu arbeiten. Es war nur zur schnellen Selbstrettung gedacht und glich eher der Bergsteigerausrüstung der 60er Jahre. Es wurde sich immer noch mit einem statischen, wenig belastbaren Seil und einem Feuerwehrgurt, der nur um die Hüfte gelegt wird, gesichert. Diese Art der Sicherung reicht zwar aus um sich notdürftig abzuseilen oder jemanden von der Absturzkante weg zu halten, aber nicht um ihn richtig zu sichern oder jemand anderes zu retten. Die Anseilöse des Feuerwehrgurt bricht bereits bei einem Sturz von 4m mit einer 90Kg Person. Sollte der Feuerwehrgurt doch halten führt er zu schwesten Verletzungen oder sogar zum Tod (Klappmessereffekt).

Ein eindrucksvolles Video hierzu!

Die Feuerwehr Frechen erkannte dies bereits recht früh und führte schon lange bevor der sogenante "Gerätesatz Absturzsicherung" eigeführt wurde, Rücksäcke mit Industrie-Auffangurten und dynamischen Kernmantelseilen ein.
Später wurde aus den alten Rucksäcken der Gerätesatz Absturzsicherung mit besseren Gurten und 100m Seilen.
Allerdings wurde auch hier schnell klar, dass die Ausbildung umfangreich ist und die Systeme an ihre Grenzen stoßen.
Es bildete sich eine Gruppe von Leuten, die auch in ihrer Freizeit im Bereich klettern und bergsteigen aktiv waren. Sie übernahmen die Ausbildung und die Weiterentwicklung dieser Techniken. So entstand die "Fachgruppe Seiltechnik". Die Mitglieder besuchten immer mehr Fortbildungen und nach einiger Zeit wurden die ersten Leute in einer 80 stündigen Grundausbildung zu "Höhenrettern" ausgebildet. Später wurden dann die ersten Mitglieder zum "Ausbilder Höhenrettung" an der BKS Heyrothsberge ausgebildet und so konnten drei eigene Grundausbildungslehrgänge in Folge ausgebildet werden. Parallel hierzu verbesserte sich auch das Material der Gruppe.

Die Fachgruppe Seiltechnik

Warum das "sichern" in einer Gruppe organisieren? In der Höhensicherungsausbildung geht man fast immer von der Idealvorstellungen eines Gittermastes mit perfekten Festpunkten und der Möglichkeit des sofortigen ablassens nach einem Sturz aus. Aber ist dies in der Praxis immer so? Was muss ich sonst noch als Einsatzleiter beachten?

- Wie finde ich Festpunkte an einem normalen Gebäude?
- Wie kann man sich effektiv, auf einem modernen gedämmten Satteldach, sichern, bei dem man nicht mehr an die Dachsparren   heran kommt?
- Wie sichere ich einen Feuerwehrmann/ -frau der in einen engen Schacht absteigt, so dass man ihn im Notfall wieder   schnellstmöglich hinausbekommt?
- Was muss ich beim Sichern über Schüttgut beachten?
- Was muss ich beim Sichern über Gewässern beachten?
- Wie bringt man Rettungsdienstpersonal, mit seinen medizinischen Geräten, sicher zu einem Eisatzort im
  absturzgefärteten Bereich?
- Welche Erstmaßnahmen kann man beim erkennen einer "Höhenrettungssituation" einleiten?

An diesen Fragestellungen erkennt man schnell, dass das erforderliche Fachwissen weit über die Absturzsicherung in der Feuerwehrgrundausbildung hinaus geht. Viele Einsatzsituationen muss man einfach vorher mal durchgespielt haben, um erkennen zu können welche Sicherungsmethode die Richtige ist, und welche Kleinigkeiten den kompletten Einsatzerfolg gefährden können. Spätestens, wenn man eine Person in einem engen Schacht, oder einer Steigschutzeinrichtung, von oben sichert und diese Person dann bewustlos spielt, wird deutich wie schnell diese sich so verhäddern kann, dass es keinen Millimeter mehr vor und zurück geht.

Mit gnau diesen nicht ganz einfachen Einsatzsituationen beschaftigt sich die Fachgruppe Seiltechnik regelmäßig. Sie werden sowohl theoretisch als auch praktisch durchgespielt. Hierdurch ist die Gruppe in der Lage auch schwierige Einsatsituationen zu meistern und zum Beispiel Festpunkte über Türanker zu schaffen, oder Festpunkte statisch oder dynamisch zu verlegen. Am Einsatzort kann die Gruppe den Einsatzleiter qualifiziert über mögliche Einsatzvarianten beraten.

Diesen erheblichen Ausbildungsaufwand bewältig man jedoch nur in einer Gruppe außerhalb des normalen Übungsdienstes.

Die Fachgruppe Seiltechnik der Feuerwehr Frechen besteht aus Mitgliedern des Löschzuges Frechen und des Löschzuges Habbelrath. Kommt es zu einer Alarmierung werden beide Gruppenteile alarmiert.

Die Fachgruppe Seiltechnik besteht derzeit aus:

- 1 Ausbilder Höhenrettung
- 12 Höhenretter
- 7 Höhensicherer



Die Gruppe wird bei den Alarmstichwörten P-springt, P-schütt, P-Hochbau, P-Tiefbau automatisch alamiert oder auf Anforderung des Einsatzleiters. Die Fachgruppe Seiltechnik trifft sich jeden Donnerstag im Gerätehaus Habbelrath und zusätzlich noch an einigen Samstagen zum Übungsdienst.

Um eine ständige Fortbildung der Höhensicherer und Höhenretter zu gewährleisen werden sowohl Varianten der Höhensicherung als auch der Höhenrettung geübt. Hierfür arbeitet die Fachgruppe Seiltechnik mit weiteren BOS Organisationen und Industriekletterfirmen zusammen. Einige Mitglieder der Gruppe sind nebenbei selber im Bereich Industrieklettern und in der "Höhlen"rettung untertage tätig.